Zwanzig Atemschutzgeräteträger aus dem Bereich der THW- Regionalstelle Koblenz kamen im THW-Ahrweiler zusammen, um gemeinsam den Ernstfall unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren. Ziel der Ausbildung war es, die Handlungssicherheit der Einsatzkräfte zu stärken – insbesondere in Situationen, in denen Sekunden entscheiden.
Was bedeutet der Mayday-Notruf im Atemschutz?
Der „Mayday“-Notruf ist der international etablierte Hilferuf für Atemschutzgeräteträger, wenn sie selbst in eine lebensbedrohliche Lage geraten. Er wird ausschließlich dann abgesetzt, wenn eine Einsatzkraft akut gefährdet ist – etwa durch Orientierungsverlust, technische Probleme am Atemschutzgerät, Verletzungen oder eingeschränkte Bewegungsfähigkeit.
Ein korrekt abgesetzter Mayday-Notruf folgt einem klaren Schema, damit die Leitstelle und die Sicherungstrupps sofort zielgerichtet reagieren können. Üblich sind drei Kernelemente:
- Mayday – Mayday – Mayday (Alarmierung)
- Name/Funktion und Standort (Wer ist betroffen, wo befindet sich die Person)
- Art der Notlage (Was ist passiert, welche Gefahr besteht)
Je präziser diese Angaben erfolgen, desto schneller kann ein Rettungstrupp die betroffene Einsatzkraft finden und unterstützen. Das Absetzen eines Mayday-Notrufs muss regelmäßig trainiert werden, da Stress, Dunkelheit und Atemgifte die Wahrnehmung stark beeinträchtigen können.
Vom Theorieblock zur praktischen Anwendung
Nach einer kurzen theoretischen Einführung zum Mayday-Verhalten und zu Stressreaktionen unter Atemschutz lag der Schwerpunkt des Tages klar auf der Praxis. Die Teilnehmenden trainierten verschiedene Rettungstechniken für verunfallte Einsatzkräfte – unter anderem den Einsatz der Bandschlinge sowie das sichere Wechseln von Atemschutzgeräten in kritischen Situationen.
Realitätsnaher Abschlussparcours
Zum Abschluss wartete ein anspruchsvoller Parcours, in dem die Atemschutzgeräteträger eine unangekündigte Notfallsituation bewältigen mussten. Hier zeigte sich, wie gut die zuvor erlernten Abläufe verinnerlicht wurden: Lage beurteilen, Notruf absetzen, Kamerad retten, sicher aus dem Gefahrenbereich bringen.
Warum solche Ausbildungen unverzichtbar sind
Regelmäßige Trainings wie dieses sind essenziell, damit THW-Einsatzkräfte auch bei Einsätzen mit Atemgiften – etwa bei Bränden, in Industrieanlagen oder engen Räumen – sicher, professionell und routiniert handeln können. Nur durch wiederholtes Üben lassen sich Stressresistenz, Teamkoordination und technische Abläufe zuverlässig festigen.
Fotos: Manuel Lellmann / THW-Mayen